Geschichte

Die Jahre im Schwimmbad

Die ersten Jahre unseres Vereins waren stark durch das STATTBAD Wedding (im ehemaligen Stadtbad Wedding, Gerichtstraße 65) geprägt. Auch unser Name STATTLAB rührt daher, dass es ursprünglich darum ging, ein „Experimentierlabor“ mit Foto- und Druckwerkstatt für die Künstler des STATTBAD zu schaffen. Die Initiative war aber personell, inhaltlich und rechtlich stets völlig unabhängig von anderen Gruppen im Gebäude, wie etwa der OpenWallsGallery, RiotArts, FUK Labs, RainbowUnicorn oder der Stattbad UG.

Die Gründer Liam Ward und Duncan Passmore bauten mit eigenen – sehr geringen – finanziellen Mitteln Räume, Netzwerk und Technik auf. Die Dynamik und die Infrastruktur des Gebäudes brachten das Projekt in Schwung. In dieser Zeit half die Präsenz der weiteren Kulturakteure und Veranstaltungen im Haus dabei, das junge Projekt bekannt zu machen und zu vernetzen.

Im Sommer 2013 schlossen sich Künstler der „Stadtwerke Wedding“ der Gruppe an, welche bislang auf der anderen Straßenseite in den Pankehöfen (Gerichtstraße 23) gearbeitet hatten.

In dieser Zeit fanden verschiedene, zunehmend größere Ausstellungen statt. So wurden etwa im April 2015 während des Berlin Gallery Weekend auf der großen Fläche der Dusch- und Wannenbadkabinen im 1. OG des STATTBAD von den Künstlern des Vereins und externen Künstlern Fotografien und Siebdrucke gezeigt. Die Ausstellung dauerte drei Tage, war gut besucht und ermöglichte den meisten Teilnehmern den Verkauf etlicher Werke.

Aber auch außerhalb des STATTBAD veranstalteten wir Events, z.B. in der „Alten Pumpe“ in Schöneberg sowie die Ausstellung „Cover cover“ (Neuinterpretationen von Plattencovern) auf dem Musikfestival „DNA Berlin“ im Magnet Club Kreuzberg fallen in diese Zeit.

 

Der Weg aus dem Schwimmbad

Seit der Schließung des STATTBAD befinden sich die Ateliers unseres Vereins in der Drontheimer Straße 34. Durch den Umzug entfällt zwar der leichte Zugriff auf die schier unbegrenzten Ausstellungsflächen und die Bekanntheit des STATTBAD – davon abgesehen aber hat sich der Umzug für uns letztlich als Verbesserung erwiesen: Die Notwendigkeit, nun von der Stromrechnung bis zum Veranstaltungskalender alles selbst organisieren zu müssen (und auch die gestiegenen Kosten schultern zu müssen) hat den Gruppenzusammenhalt erheblich gefestigt.

Unsere neuen Räume bieten sehr viel mehr Platz für Arbeit auf besserem technischen Niveau. Und nicht zuletzt bewirkt die Anlage der Räume – ihre Größe, der Gemeinschaftstisch, die Teeküche, die vielen Zeichentische im zentralen Raum, das bessere Licht durch große Fenster auf beiden Seiten, die permanente Ausstellungsfläche – dass sich ein Gemeinschaftsleben entwickeln konnte, welches wiederum die Motivation für neue, umfangreichere Projekte schafft.

 

Ein eigenes Zuhause für unsere Kunst

Wir haben aus eigenen Mitteln eine funktionierende Infrastruktur aufgebaut. Finanziert wird dies über Mitglieds- sowie Workshopbeiträge. Unsere Mitglieder – allesamt ehrenamtlich für den Verein tätig – sind Fotografen, Zeichner, Maler, Grafiker, Autoren und Konzeptkünstler. Wir betrachten uns weniger als „Abonnenten“ unserer Einrichtungen, vielmehr verstehen wir uns als Gemeinschaft, die das STATTLAB und unsere Einrichtungen gemeinsam aufbaut, nutzt und pflegt. Wir sind so mehr als eine bloße Ateliergemeinschaft. Wir sind ein Kollektiv, das gemeinsam Kunst macht und vermittelt.

Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass Wissen und Fähigkeiten weitergegeben werden. Dieser Wissenstransfer findet intern statt im Rahmen von spontaner gegenseitiger Hilfe, informell in der Teeküche oder über interne Dokumentation im Forum/FAQ sowie über den Austausch in internen Veranstaltungen. Diese Weitergabe von Wissen findet aber insbesondere auch statt im Rahmen von Workshops, welche nicht nur offen für externe Teilnehmer sind, sondern auch gezielt für solche angeboten werden.